Medikamente dürfen bei Privatversicherten noch etwas mehr kosten
Immer noch machen Ärzte Unterschiede zwischen Privat- und Kassenpatienten, besonders wenn es darum geht, welche Medikamente verschrieben werden. Obwohl der Trend generell zu günstigen Medikamenten geht, bekommen Privatversicherte viel häufiger die teureren Originalmittel verschrieben, während Kassenpatienten immer öfter günstigere Medikamente, sogenannte Generika, vom Arzt verordnet bekommen.
Vergleicht man z. B. die einhundert meistverkauften, patentfreien Wirkstoffe, so werden die Unterschiede deutlich: 2008 wurden in rund 90 Prozent aller Fälle Kassenpatienten Generika verschrieben. Diese Quote lag bei Privatversicherten im selben Zeitraum gerade mal bei rund 50 Prozent. Doch auch bei den privaten Kassen geht der Trend hin zur Kosteneinsparung durch Generika. Die Generikaquote stieg auch hier in den letzten Jahren immer weiter an. Generell versteht man unter einem Generikum ein Nachahmerprodukt, welches den gleichen Wirkstoff verwendet wie ein etabliertes Markenprodukt.
Generell ist es für pharmazeutische Unternehmen möglich Generika herzustellen, wenn der Patentschutz des Originalpräparates abgelaufen ist. Generika können sich zwar hinsichtlich der verwendeten Hilfsstoffe oder Herstellungstechnologien von den Originalpräparaten unterscheiden, sind jedoch hinsichtlich ihrer Wirkung gleich. Sie bieten Patienten also die gleiche Sicherheit wie die Originale. Im Allgemeinen kostet ein Generikum bis etwa 60 bis 70 Prozent weniger als das nachgeahmte Präparat. Das hängt u. a. mit den Entwicklungs- und Forschungskosten zusammen, die für Generika natürlich nicht bzw. nicht im großen Umfang anfallen. Dennoch sind Generika und ihre eventuellen Nachteile teilweise umstritten. Es kommt nämlich nicht immer nur auf den Wirkstoff an.
Gerade im Bereich der Dauermedikation werden teilweise unterschiedliche Effekte erzielt, wenn von einem Originalpräparat auf ein Generikum gewechselt wird. Auch die Nebenwirkungen, die das Präparat auslösen kann, können sich stark voneinander unterscheiden. Neben dem Wirkstoff an sich sind u. a. aber auch Hilfsstoffe wichtig, wie z. B. spezielle Botenstoffe, die beim Durchdringen der Zellmembranen dienen. Diese Unterschiede können bei Patienten unter Umständen zu anderen Effekten führen.
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