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Autofahrer: Neues Punktesystem in Flensburg

Punktetacho Flensburg

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In Flensburg wird jeder Autofahrer bald über einen „Punkte-Tacho“ in Ampelfarben verfügen. Mit der Einführung will das Verkehrsministerium ein einfaches und faires System schaffen, das für alle Autofahrer verständlich ist. Die Meinungen über den „Punkte-Tacho“, der für 2013 angedacht ist, sind geteilt.

Die Funktion des Tachos ist leicht erklärt. Mit bis zu drei Punkten befinden sich Autofahrer im grünen Bereich und werden somit lediglich vorgemerkt. Wer über vier oder fünf Punkte verfügt, steigt in den gelben Bereich und erhält eine Ermahnung. Bei bis zu sieben Punkten liegt man bereits im roten Bereich des Tachos. Nun erhält der Autofahrer eine Verwarnung und die Verpflichtung zur Teilnahme an einem Seminar. Ab acht Punkten landen Autofahrer im schwarzen Bereich und verlieren ihren Führerschein. So entspricht die Grenze von acht Punkten den bisherigen 18 Punkten.

Auch bei der Vergabe von Punkten gibt es dementsprechende Änderungen. In dem neuen System werden nur noch ein oder zwei Punkte für einen Verstoß vergeben statt der bisherigen ein bis sieben Punkte. So gibt es für eine Verkehrsgefährdung unter Alkohol statt sieben Punkte nur noch zwei Punkte. Und auch das Fahren ohne Führerschein, das bisher mit sechs Punkten geahndet wurde, bringt zwei Punkte auf dem Punkte-Tacho. Es wird erwartet, dass durch die neuen Regelungen etwa 500 Autofahrer mehr im Jahr ihren Führerschein abgeben müssen.

Der Abbau von Punkten durch Schulungen soll nach den Plänen gänzlich entfallen. Bisher können Autofahrer durch die Teilnahme an Seminaren bis zu sechs Punkte gutmachen. Dies ist in Zukunft nicht mehr möglich. Einen Vorteil für Autofahrer bringt jedoch die neue Fristenregelung. Demnach verjährt jeder Verstoß einzeln, unabhängig von anderen oder neuen Verstößen. Allerdings sind dafür längere Verjährungsfristen angedacht. Verstöße wie beispielsweise Alkohol am Steuer verjähren demnach erst nach zehn statt fünf Jahren.

Bei der Umstellung auf das neue System können die rund neun Millionen Autofahrer, die derzeit in der „Verkehrssünderkartei“ beim Bundesamt in Flensburg stehen, jedoch nicht auf einen Punkteerlass spekulieren. Die bestehenden Punkte werden entsprechend auf das neue System umgerechnet. Mit bis zu sieben Punkten liegen Autofahrer im grünen Bereich. Acht bis 13 Punkte entsprechen dem gelben Bereich. Mit 14 bis 17 Punkten ist man im roten Bereich angesiedelt und alle Autofahrer mit 18 Punkten oder mehr werden in den schwarzen Bereich eingestuft.

Während Befürworter die Reform als längst überfällig und sinnvoll bewerten, ermahnt die Polizei, dass ein besseres Verhalten der Autofahrer im Straßenverkehr eher durch mehr Polizeipräsenz zu erreichen sei.


Jahresrückblick im Finanzministerium: Konjunktur stopft Haushaltsloch

Bundeshaushalt 2011

© Joachim Wendler - Fotolia.com

Gegen den gesamteuropäischen Trend war 2011 ein gutes Jahr für den deutschen Staatshaushalt. Obwohl die Nachwehen der globalen Bankenkrise noch immer spürbar sind und die europäische Schuldenkrise noch lange nicht überstanden scheint, fiel das Staatsdefizit so niedrig aus wie seit Jahren nicht mehr. Ob diese Entwicklung auch den Folgejahren Vorschub leisten kann, ist in Zeiten bodenloser Euro-Rettungsfonds, pessimistischer Ratingagenturen und insolvenzbedrohter Euro-Länder allerdings mehr als fraglich.

Rot statt Tiefrot

Derzeit hat der Bundesfinanzminister jedoch allen Grund zur Freude: Laut dem Statistischen Bundesamt betrug die Neuverschuldung im vergangenen Jahr nur noch etwa ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Lag sie im Jahr 2010 noch bei über vier Prozent, erfüllte der deutsche Staatshaushalt damit erstmals seit drei Jahren wieder die Auflagen des europäischen Stabilitätspakts. Maßgeblich für die verbesserte Finanzsituation seien allgemeiner Überzeugung nach vor allem die gestiegenen Steuereinnahmen, die gute Binnennachfrage sowie die expandierende Exportwirtschaft.

Wirtschaft und Soziales

2011 erzielten deutsche Unternehmen erstmals ein Exportvolumen von über einer Billion Euro. Damit belegt Deutschland in dieser Kategorie weltweit Platz zwei – hinter der Volksrepublik China. Steuerlich positiv entwickelte sich vor allem das Sozialversicherungssystem, welches aufgrund der günstigen Beschäftigungslage einen soliden Überschuss erzielte. Unerwartete Mehreinnahmen – wie nach dem vor einiger Zeit bekannt gewordenen Rechenfehler bei einer staatlichen Bad Bank – hatten dem Bundesfinanzministerium zufolge zwar keinen entscheidenden, sicher aber auch keinen nachteiligen Einfluss. Allerdings zeichnete sich laut dem Bundesamt für Statistik bereits im letzten Quartal eine Abschwächung des Trends ab.

Aussichten vorwiegend heiter

Gerade als Exportnation ist Deutschland in besonderem Maße von der wirtschaftlichen Großwetterlage in Europa, Asien und den USA abhängig. Schenkt man jedoch dem Geschäftsklimaindex Ifo Glauben, herrscht nach wie vor eine positive Grundstimmung in der deutschen Unternehmerlandschaft. Prognosen so früh im Jahr sind selbstverständlich schwierig und selten exakt, dennoch sind sich viele Experten darin einig, dass sich die derzeitige Entwicklung im Jahr 2012 zwar abschwächen, aber grundsätzlich fortsetzen werde. Dabei könnte das Exportgeschäft etwas an Schwung verlieren, dem privaten Konsumverhalten der Bundesbürger fiele damit eine zunehmend wichtigere Rolle zu.

Schulden und (k)ein Ende in Sicht?

Wie auf der Website des Bundes der Steuerzahler nachzuvollziehen ist, tickt die Schuldenuhr des Fiskus allerdings unaufhörlich weiter. Derzeit liegt das Defizit bei über 2 Billionen Euro und wächst sekündlich um mehr als 1.000 Euro an. Die Aufnahme weniger Schulden bedeutet in anderer Lesart natürlich auch, dass keine Schulden abgebaut werden. Die Konsolidierung des Staatshaushalts mit dem Ziel einer ausgeglichenen Bilanz wird selbst bei günstigen Binnen- und globalen Marktbedingungen eine Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte sein.


Energiewende fordert Opfer: Engpässe und höhere Preise drohen

Atomausstieg

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Der Atomausstieg in Deutschland ist beschlossene Sache. Ab dem Jahr 2022 soll es in der Bundesrepublik keine Atomenergie mehr geben, dafür sollen rund 35 % des gesamten Stroms aus regenerativen Energien gewonnen werden, so besagt es das Atomausstiegsgesetz.

Derzeit häufen sich allerdings die Anzeichen, dass die darin vorgesehenen Vorgaben unter Umständen nicht eingehalten werden können. Die Nutzung erneuerbarer Energien erfordert einen entsprechenden Ausbau, der aus unterschiedlichen Gründen ins Stocken gekommen ist. Dazu kommt eine deutlich verschlechterte Stimmung unter den Bürgern, die von besagtem Ausbau betroffen wären: Kaum jemand möchte in seiner unmittelbaren Umgebung etwa einen neuen Windpark oder dringend benötigte neue Stromautobahnen errichtet sehen.

Die Proteste dagegen nehmen zu, ebenso wie die Belastungen der derzeitigen Stromerzeuger. Schätzungen zufolge befindet sich ein gutes Drittel des bundesweiten Stromnetzes dauerhaft an der Belastungsgrenze. Bereits abgeschaltete Anlagen können nicht ohne Weiteres ersetzt werden; es drohen Notabschaltungen, welche die Situation nur verschärfen würden. Dazu kommt, dass die Anlagen teilweise gar nicht in der Lage sind, den produzierten Ökostrom einzuspeisen. Grund dafür ist eine Überlastung des Stromnetzes. Neue Leitungen wären hier notwendig – diese sind zwar bereits geplant, werden aber wesentlich langsamer ausgebaut als benötigt. Als Beispiel wurden in Schleswig-Holstein bisher gerade einmal gute 30 der vorgesehenen 700 Kilometer gebaut. Experten bezweifeln, dass der Ausbau mit den Forderungen der Politik nach einem baldigen Atomausstieg mithalten kann.

Ein Energie-Engpass droht nicht nur wegen des schleppenden Netzausbaus, sondern auch aufgrund veralteter Anlagen, die derzeit noch in Betrieb sind. Dabei handelt es sich nicht nur um Atommeiler, sondern auch um Kohle- und Gaskraftwerke. Werden diese abgeschaltet, fehlen mindestens 20 Gigawatt Leistung. Zum Vergleich existierten 2010 noch Pufferkapazitäten in Höhe von knapp 14 Gigawatt. Diese werden bis 2015 vollständig aufgebraucht sein. Als logische Konsequenz werden Experten zufolge die Strompreise deutlich ansteigen.


Die private Krankenversicherung und Unisex-Tarife: Vorteile für Frauen, Nachteile für Männer

Private Krankenversicherung Unisex

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Ab Ende des Jahres 2012 müssen die privaten Krankenversicherungen sogenannte Unisex-Tarife anbieten, bei denen Frauen und Männer einheitliche Beiträge zahlen. Doch nicht alle Versicherungsnehmer werden von dieser neuen Regelung profitieren.

Bisher waren Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge für Frauen oft deutlich höher als für Männer. Hierfür führten die Versicherungen höhere Lebenserwartungen und Faktoren der Risikobewertung an. Allerdings erklärten die Richter des Europäischen Gerichtshofes diese Regelung für unwirksam und zwingen die Versicherungen so zur Einführung von Unisex-Tarifen.

Die Verträge von Bestandskunden werden allerdings voraussichtlich nicht angepasst werden, gaben die Versicherungen nun bekannt. Dies liegt vor allem daran, dass noch nicht geklärt ist, wie das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom März 2011 konkret umgesetzt werden soll. Die Versicherungen warten noch auf die entsprechenden Vorgaben durch das Bundesfinanzministerium. Tendenziell scheint sich das Ministerium jedoch dafür auszusprechen, die geschlechtsspezifischen Tarife bei Bestandskunden aufrecht zu erhalten und lediglich für Neukunden geschlechtsneutrale Tarife anzubieten.

Bei den privaten Rentenversicherungen bleiben die Bestandskunden von den neuen Tarifen gänzlich unberührt. Hier müssen die Versicherungen nun für die Neukunden den Anteil an weiblichen und männlichen Versicherungsnehmern genau berechnen, um ausgewogenen Tarife anbieten zu können.

Bei den privaten Krankenversicherungen wird es ein Tarifwechselrecht geben. So erhalten auch Bestandskunden die Möglichkeit, freiwillig in günstigere Unisex-Tarife zu wechseln. Für die Versicherungen wird die Kalkulation so zunehmend schwierig. Sie hätten gerne eine einheitliche Regelung für Bestands- und Neukunden gehabt, da dies geringere Beitragsanpassungen für alle bedeutet hätte.

Die Höhe der neuen Tarife wird sich wohl an den bisherigen Frauen-Tarifen orientieren. So wollen die Versicherungen verhindern, dass die Tarife unterkalkuliert werden und hohe Kosten für die Unternehmen entstehen. Bei einer Unterkalkulation dürfte der Versicherer die Beiträge nicht anheben, wenn die Unterkalkulation vorhersehbar gewesen wäre. Während viele Frauen sich somit auf niedrige Tarife freuen können, werden vor allem junge Männer ab dem 21. Dezember 2012 mehr für ihre private Krankenversicherung zahlen müssen.


Staatliche Zuschüsse für Nachrüstung mit Diesel-Partikelfilter

Feinstaubplakette

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Seit dem 1. Februar 2012 beträgt die staatliche Förderprämie für Partikelfilter-Nachrüstungen 330 Euro. Nach den Plänen der Bundesregierung wird die Förderung Anfang 2013 sinken – so soll ein Anreiz für eine schnelle Umrüstung geschaffen werden.

Förderleistungen kaum ausgeschöpft

Schon 2009 und 2010 wurden befristete Steuerbefreiungen im Falle einer Partikelfilter-Nachrüstung gewährt, seit August 2009 konnte wahlweise auch ein Barzuschuss über 330 Euro in Anspruch genommen werden. Dennoch wurden die Förderungsleistungen von rund 66 Millionen Euro nicht voll ausgeschöpft, die Auszahlungen beliefen sich auf nur etwa 41 Millionen Euro. Aus diesem Grund wurde die Förderung im Jahr 2012 mit einem Volumen von gut 30 Millionen Euro neu aufgelegt, eine rückwirkende Förderung für Nachrüstungen im Vorjahr ist hingegen nicht vorgesehen.

Bessere Umwelt-Einstufung dank Partikelfilter

Die Diesel-Partikelfilter sollen zu einer verbesserten Luftqualität in den Innenstädten beitragen, denn entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge stoßen weniger Ruß aus. Die Umbauten kosten etwa 700 Euro, durch die Förderung kann knapp die Hälfte der Kosten wieder hereingeholt werden. Nicht nur Pkw, auch Kleintransporter bis 3,5 Tonnen und Wohnmobile kommen für die Förderung infrage. Ein Diesel-Pkw der Abgasklasse Euro 3 kann durch die Nachrüstung die gelbe gegen die grüne Umweltplakette eintauschen, zudem kann eine erhebliche Wertsteigerung bei der Weiterveräußerung des Autos erzielt werden.

Nachrüstung lohnt sich nicht für jeden

Ob das eigene Fahrzeug überhaupt für einen Diesel-Partikelfilter in Betracht kommt, kann der Fachmann in der Werkstatt anhand der Papiere erkennen. Zusätzlich informieren Filterhersteller und Verkehrsklubs im Internet darüber, für welche Fahrzeugmodelle Filter zur Verfügung stehen und welche Neueinstufung zu erwarten ist. Der Umbau älterer Fahrzeuge der Schadstoffklasse 2 ist nicht unbedingt lohnenswert: Durch eine Nachrüstung würden sie zwar in die Klasse 3 hochgestuft, mit der erlangten gelben Plakette dürfen die meisten Umweltzonen jedoch trotzdem nicht befahren werden. Umso lohnender ist der Umbau für Besitzer von Fahrzeugen der Klasse 3, die mit der neuen Einstufung in die Kategorie 4 die grüne Plakette erhalten.

Schritte zur Förderung

Nach dem Einbau des Filters wird die Nachrüstung durch die ausführende Werkstatt bestätigt. Bei Vorlage der Bescheinigung bei der Zulassungsstelle wird der Einbau in den Fahrzeugpapieren vermerkt. Anschließend kann ein Antragsformular für die Förderung auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle heruntergeladen werden, das ausgedruckt, unterschrieben und zusammen mit der Fahrzeugschein-Kopie an das Amt geschickt wird. Nach einer Überprüfung wird der Förderbetrag dann auf das Konto des Fahrzeughalters überwiesen. Ab Januar 2013 beträgt die Förderung übrigens nur noch 260 Euro – auf diese Weise soll ein Anreiz zur baldigen Filter-Nachrüstung geschaffen werden.

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