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Ein großer Teil der privaten Krankenversicherungen (PKV) ist dazu übergegangen, Kunden mit besonders billigen Einstiegstarifen zu werben – Experten sehen dies kritisch. Einige private Versicherer gewinnen bis zu etwa 80 Prozent ihrer Neukunden mit besonders günstigen Einstiegstarifen. Untersuchungen zufolge gibt es jedoch erhebliche Leistungseinschränkungen, die den Nutzen der Billigangebote infrage stellen. So werden Behandlungen wie Reha-Maßnahmen, Psychotherapien, Kuren, Besuche beim Heilpraktiker und ambulante Transporte üblicherweise zu etwa mindestens 60 Prozent übernommen, die Abdeckung bei den Einstiegsangeboten liegt hingegen deutlich unter diesem Wert. Auch die Kostenerstattung für fälligen Zahnersatz und die Unterbringung in Zweibettzimmern im Krankenhaus sind betroffen – gerade hier erwarten Kunden jedoch ein höheres Leistungsniveau von einer PKV. Ein weiterer Kritikpunkt für die Versicherungsexperten ist der Vertrieb der Policen über das Internet. Ihrem Erachten nach können die Anbieter dem hohen Beratungsbedarf bei einer PKV auf diesem Wege nur unzureichend nachkommen, sodass viele Fragen offenblieben.
Zudem würden Ärzte bei privat versicherten Patienten oft nicht von einem eingeschränkten Leistungsspektrum ausgehen und deshalb Behandlungen empfehlen, die für den Betreffenden hohe Zusatzkosten zur Folge haben können. Nach Ansicht der Fachleute sind bei besonders billigen PKV-Angeboten überproportional hohe Beitragssteigerungen geradezu vorprogrammiert, da die Kalkulation bei den Lockangeboten äußerst knapp bemessen sei. Den Mitgliedern einer PKV ist die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse versperrt – das gilt auch dann, wenn die Beiträge steigen.
Aus diesem Grund wird empfohlen, den Wechsel in ein privates Versicherungsverhältnis sehr genau abzuwägen und nicht von billigen Lockangeboten abhängig zu machen und die Angebote der Privaten Krankversicherungen zu vergleichen. Doch nicht alle Versicherer nutzen die stark verbilligten Einsteigertarife zur Neukundengewinnung. Zudem gibt es auch private Kassen, die mit vergünstigten Angeboten arbeiten, deren Leistungsumfang nur in wenigen Punkten eingeschränkt ist. Grundsätzlich gilt: Im Beratungsgespräch sollte hinsichtlich der Einkommenssituation geklärt werden, ob ein Wechsel in die PKV sinnvoll erscheint oder nicht.

