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Zehn Irrtümer über die private Krankenversicherung

Endlich Patient erster Klasse zu sein, davon träumen viele Menschen, die Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Doch bevor man sich für einen Wechsel entscheidet, sollte man die private Krankenversicherung kritisch hinterfragen und manche Irrtümer endgültig zu den Akten legen.

1. Nur Reiche können sich privat versichern. Das gilt nur für Angestellte, die jährlich mehr als 48.600 Euro brutto verdienen. Der größte Teil der Privatpatienten sind Beamte und Selbstständige, die unabhängig von ihrem Einkommen versichert sind.

2. Private Versicherungen bieten den besseren Schutz. Im Falle psychotherapeutischer Leistungen sind Privatpatienten in der Regel schlechtergestellt

3. Alle gesetzlichen Leistungen bietet auch die Private. Das Angebot an Kuren ist mäßig. Zudem wird die Pflege eines kranken Kindes nicht gefördert.

4. Kapitalrückstellungen halten die Beiträge stabil. Im Schnitt verdoppeln sich die Kosten bei den Privaten alle zwölf Jahre. Das ist zweimal schneller als in der gesetzlichen Versicherung.

5. Steigen die Beiträge, ist die Rückkehr in die Kasse möglich. Das stimmt nur, wenn das Einkommen dauerhaft unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt. Für Selbstständige und Versicherte über 55 Jahre bleibt nur der Wechsel in den Basistarif.

6. Privatpatienten haben immer die freie Arztwahl. Auch ihnen werden günstigere Haus- oder Primärarztmodelle angeboten. Suchen sie einen Facharzt ohne Überweisung auf, zahlen sie bis zu 20 Prozent der Behandlungskosten aus eigener Tasche.

7. Private Versicherungen zahlen selbst die teuersten Spezialisten. Das ist richtig. Doch sollten Versicherte im Vorfeld mit dem Arzt und der Krankenkasse die Kostenfrage klären. Die Tarife begrenzen das Honorar meistens auf das 2,3 fache des Gebührensatzes.

8. Eheleute können wählen, wie sie ihre Kinder versichern wollen. Das ist nicht richtig. Das Gesetz regelt, dass das Kind bei dem Elternteil zu versichern ist, der das höhere Einkommen erzielt. Eine kostenlose Familienversicherung gibt es nicht. Daher wird für jedes Kind ein eigener Beitrag fällig.

9. Wer unzufrieden ist, kann jederzeit wechseln. Das ist möglich. Der Versicherte verliert allerdings seine Altersrückstellungen. Es wird auch ein neuer Gesundheitscheck fällig. Daher lohnt sich ein Wechsel in der Regel nicht.

10. Der neue Basistarif ist eine Privatversicherung für jedermann. Hierzu gibt es sehr viele Beitritts- und Begrenzungsregelungen. Daher haben sich seit 2009 erst 11.000 Kunden dafür entschieden.

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